SDP - Schmelzt Die Polkappen.
Jedenfalls könnte man die Initialen der Berliner Popband so interpretieren wenn man die erste Singleauskopplung des Duos aus ihrem aktuellen Album „Die Rache des kleinen Mannes“ zu Gehör bekommt.
Warum soll man eigentlich auch die ganze Zeit jammern und Al Gore zustimmen? Freut Euch über die globale Erwärmung und nutzt die neu entstandene Klimazone samt Schmelzwasser der Pole zum Wasserskifahren. Endlich Ironie die Spaß macht und dafür sorgt, dass man beim Nachdenken über das Klima auch mal tanzend ins Schwitzen kommen kann.
Produzent und Sänger Vincent Stein und DagalexusDux an Mikro und Gitarre, gründeten SDP als „Stonedeafproduction“ und zeigen seit einigen Jahren, dass ernsthaft Musik zu machen keineswegs eine ernste Angelegenheit sein muss. Dabei umschiffen sie gekonnt jegliches Klischee und ignorieren jedweden Genrezwang. Ihre deutschsprachigen Texte sind voller Ironie und Wortwitz. Stilistisch bewegt sich die Musik irgendwo zwischen Pop, Reggae, Hiphop und Rock. Mit anderen Worten: keine heilige Kuh bleibt ungeschlachtet. Und so haben die beiden sich durchgerungen, ihre Musik „Irgendwie Pop“ zu nennen.
Und selbst wenn der Name SDP nicht auf Anhieb den Groschen durch´s Hirn fallen lässt... Vielen dürfte SDP bereits von dem beliebten Playstation-Spiel „Singstar“ bekannt sein, auf dem sie mit ihrer letzten Single „Der Anfang Anzufangen“ vertreten waren und die deutschen Wohnzimmer zum Beben gebracht haben. Unter dem Pseudonym „Beatzarre“ kennt man Vincent Stein zudem von diversen Top Ten Produktionen und Remixen (u.a. für Ich+Ich, Aggro Berlin, Boundzound) und mehreren Gold- und Platin Tonträgern.
„Die Rache des kleinen Mannes“: Vor allem musikalischer Engstirnigkeit wird auf ihrem dritten Album des Berliner Duos der Kampf angesagt. Die Single „Wasserschi Fahr´n“ haut voll auf die Mainstreamglocke – und haut gleichzeitig dem Mainstream auf die Glocke. Viele, die ungern richtig auf die Texte achten, merken gar nicht, dass hier der Klimawandel propagiert wird. Manchmal lohnt es sich eben doch genauer hinzuhören, auch wenn man bei „Ganz oder gar nicht“ unweigerlich das Tanzbein schwingt. Der für ihre sehr treue Fangemeinde altbekannte, hoffnungslos abgedrehte Humor ist in Songs wie „Abtörn“, „Der Chiwawa von Paris Hilton“ und „Die Frau vom Ordnungsamt“ erhalten geblieben. Doch auch wenn Dag und Vincent selbst es nicht gern hören... mit diesem Album sind sie auf ihre Art ein Stück „erwachsener“ geworden. Songs wie „Goldene Jahre“, „Wie meine Eltern“ und „Das wissen wir doch“ sind ein echter Seelenstriptease, ohne billige Phrasen zu dreschen und emo-melancholisch zu werden.
Glücklicherweise kann und will Die Musik von SDP gar nicht unbedingt jedem gefallen, das Problem ist nur, dass sie so oder so das Ohr nur ungern wieder verlässt.
Bandmitglieder
Vincent Stein – Gesang, Produzent
Dagalexus – Gesang, Gitarre